Perlenanalyse

Monatsbeitrag Dezember 2020 von Korai

Perlenanalyse der Perlen 16 und 66

Wie im Oktober-Blog angekündigt hier die Analyse für einige Perlen-Abfragen, die uns erreichten. Es folgen die beiden ersten Abfragen, die mit Zustimmung des Fragers veröffentlicht werden dürfen:

Perlenanalyse der Perle Nr. 16

Montgomery – Che (Personal-Leiter in Düsseldorf) fragt:

Gerne hätte ich eure Analyse zur Perle Nr. 16 „Furcht vor dem Unbekannten“, weil die Menschen in meinem weiten Umfeld überwiegend nur die allgemein bekannten Themen und Modelle nutzen. Meine Frau und ich lassen uns seit Jahren vom IFAR-Institut mit außerordentlichen Systemen begleiten und haben beste Erfahrungen damit.

Die sechzehnte Perle erinnert an „Furcht vor dem Unbekannten“ 

Das Prinzip

In allen drei Welten ist uns das Meiste unbekannt. Schauen wir nach oben, gehen die Gedanken weit über die erblickte Entfernung hinaus ins Universum. Schauen wir zum Horizont, ahnen wir, dass es dahinter weitergeht. Schauen wir nach unten, gehen die Gedanken tief in den Kern der Erde hinein. In allen drei sichtbaren Dimensionen haben wir es schnell mit dem Unbekannten zu tun. Immer gab es Menschen, die das Unbekannte erforschen wollten. Dazu gehört mutiger Pioniergeist und demütiges Vertrauen. Wer beides hat, dient mit seinen Taten auch der Entwicklung der Menschheit, aber es sind Auserwählte, die von solcher Machart sind. Die meisten anderen Menschen sind Nutznießer solcher Pioniertaten und oftmals wenig bewusst und noch weniger dankbar für den Pioniergeist der Furchtlosen. Wer das weiß, kann durch gute Gedanken das morphische Feld des Pioniergeistes stärken. Es muss nicht jeder in eine dunkle Höhle gehen, es kann aber jeder seinen Segen denen geben, die es für uns tun.

Die Wirkung

Das Bekannte ist uns immer der kleinere Teil. Im größeren Unbekannten liegen Gefahren, aber auch Chancen. Und genau auf der Grenze zwischen beidem verläuft unsere Schicksalsspur zwischen Kommen und Gehen. Es ist jederzeit möglich, neue Entdeckungen im Bereich des Unbekannten zu machen. Allein der Versuch lohnt sich schon, weil er uns mit etwas Größerem verbindet und weil das, was einer entdeckt, auch in den anderen gedeiht.

Die positive Seite

Der Sieg über die Furcht vor dem Unbekannten ist der Sieg über die inneren Feinde. Wer ihn erbringt, ist ein Feindbesieger, ein Arhat. In diesem Kampf gibt es vierundfünfzig Feinde, denen ebenfalls vierundfünfzig Charakterkräfte in uns gegenüberstehen. Um die sollten wir uns kümmern, um sie zu kultivieren, damit sie wachsen und gedeihen. Von diesem Kampf handeln alle Weisheitsbücher dieser Welt, und davon handeln auch die hundertacht Perlen an der buddhistischen Mala.

Wie „Furcht vor dem Unbekannten“ Probleme schafft

Irgendwann lehrt die Lebenserfahrung uns, dass es keine letzten Sicherheiten gibt. Die Kräfte der Balance wirken auch gerade da, wo wir etwas zu vermeiden suchen. Das Vermeiden-Wollen, das Versichern, gerade das setzt die Dynamik in Gang, die wir abhalten wollten. Wir ernten letztlich das, wovor wir uns versteckten. Deshalb haben oft die Wagemutigen auch noch Glück dabei!

Perlenanalyse der Perle Nr. 66

Burghard Solenthaler (Geschäftsführer Personaldienste) hat geschrieben:

Danke für das Angebot meine genannte Perle 66 „Stolz“ zu analysieren. Zurzeit interessiert mich gerade diese, weil einerseits Stolz als Todsünde bezeichnet wird und andererseits ganze Länder, auch Deutschland, von Stolz reden. Ich habe im IFAR Institut bei der Trainerausbildung dazu einiges erkannt.

 Die sechsundsechzigste Perle erinnert an „Stolz“

Das Prinzip

Mit Stolz kompensieren wir etwas, das uns fehlt. Dieses Fehlende ist Liebe zum eigenen Sosein. Weil die stolze Person nicht merkt, dass es einen besonders liebesbedürftigen Menschen gibt, nämlich sie selbst, deshalb lenkt sie ihre Liebe auf andere. Das kaschiert sie jedoch erhobenen Hauptes mit Interesse an Schwächeren oder Hilfsbedürftigen. Wäre das nicht der egozentrierte Hintergrund, dann könnte Stolz als edel gelten, so aber halten alle Kulturen den Stolz für sündhaft. Als edel gilt, wenn jemand besonders gute Charakterzüge lebt und dafür lediglich dankbar ist. Nach außen wirken solche wunderbaren Menschen als bescheiden und kompetent. Aus dieser inneren Stärke heraus haben solche Meister des Lebens eine besonders angenehme Aura und strahlen etwas Liebenswertes aus. Unter diesem Aspekt kann niemand stolz sein, einer bestimmten Nationalität anzugehören. Auch wenn manche Regierungen Kampagnen führen, um den Nationalstolz zu erhöhen, bleibt das dennoch eine kollektive Sünde. Stolz ist verpackter Egoismus und deshalb zu transformieren.

Die Wirkung

Ein Mensch, der seine Selbstbewunderung durch einen überhöhten Habitus inszeniert, wirkt auf andere eher peinlich. Leider merkt der so Gewordene das meistens nicht und zelebriert sich im Laufe der Zeit mehr und mehr ins Abseits. So verliert jemand durch seinen Stolz gleich zweifach, die Stimmigkeit in sich selbst und den Anschluss an die Gemeinschaft.

Die positive Seite

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Das ist eine positive Beschreibung des gelebten Stolzes. Edel heißt, dieser Mensch hat Stil und Manieren. Hilfreich heißt, er ist stark genug, um für andere da zu sein. Gut heißt, er tut Gutes und spricht darüber. Manchmal hat das eine nachahmenswerte Vorbildfunktion und inspiriert andere zu selbstlosen guten Taten.

Wie „Stolz“ Probleme schafft

Stolz erwartet im Geheimen einen Ausgleich für gute Taten durch Dankbarkeit. Die kommt aber nie oder nicht in ausreichendem Maß, deshalb wird der Stolz immer größer. Das kann zur Egoinflation werden, aus deren Kreislauf es kein Entkommen mehr gibt. Spätestens dann ist Stolz ein primärer Charakterzug, der Werte wie Demut, Dankbarkeit und Bescheidenheit überdeckt.

 

Alle 108 Perlen der Weisheit werden von Korai in seinem Buch gedeutet und beschrieben:

Die 108 Perlen der Mala / Schirner Verlag / 3. Auflage“

Alle verfügbaren Beiträge (2017-2020) in der Gesamtübersicht.

 

 

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