Basisthema Gesundheit / 1

Gesundheit,  3. Säule der Humaneutik® (Teil 1)

Monatsbeitrag September 2020

Von Peter W.

Bleib gesund …

… ein Wunsch, den ich besonders jetzt in Corona-Zeiten immer wieder zu hören bekomme. Woher wollen andere den wissen, ob ich gesund bin? Natürlich ist damit gemeint, ich solle mich nicht anstecken, mir kein Virus einfangen. Die Frage, die für jeden aber bleibt, ist die Frage, wie gesund sind wir denn wirklich. Gibt es irgendeinen Menschen auf dieser Welt, der behaupten könnte, er sei völlig gesund? Mir sagte einmal jemand: „Wenn du gesund bist, gehe zum Arzt, der sagt dir, wie krank du bist.“ Kennen wir den wirklichen Stand unserer Gesundheit bzw. Krankheit im derzeitigen Moment? Mit Sicherheit liegt dieser Punkt irgendwo zwischen gesund und krank …

Wenn wir diesen Punkt gefunden haben, trifft er schon nicht mehr zu, denn dieser Punkt verändert sich ständig. Wir bewegen uns ständig zwischen gesund und krank hin und her. Auf dieser Skala gibt es nur einen wirklich fixen Punkt, nämlich auf der Krank-Seite und das ist der Tod und selbst der ist nicht unbedingt gewiss, wenn wir die Berichte der Nahetod-Erfahrungen betrachten.

ICD-10 (International Catalog of Diseases Version 10)*

Es ist erstaunlich, dass wir nur von einer Gesundheit sprechen und der Internationale Katalog der „Krankheit“ listet tausende von Krankheiten und Gebrechen auf. Sicher, wie sollten tausende von Gesundheiten auch beschrieben werden. Es ist aber denkbar, dass es sich dann um Gesundheit handelt, wenn eine bestimmte, im ICD-10 beschriebene „Krankheit“, nicht auf uns zutrifft. An dem Punkt sind wir dann also „nicht krank“. Um welche Erkrankungen es sich individuell handelt, hängt immer von der Diagnose ab, sagt aber nichts drüber aus, welche Folgen auftreten könnten und ob ein Patient danach wieder voll funktionsfähig ist.

Kommen wir noch einmal auf den genannten Fixpunkt zurück, den Tod. Gibt es dazu auch einen Gesundheitspol? Gehen wir nach den Berichten der Nahetod-Erfahrungen, gibt es diesen Pol. In Berichten von schweren Unfallverletzten heißt es immer wieder, dass sie über ihrem Körper schwebten, alle Schmerzen verflogen waren und sie ein wunderschön angenehmes Gefühl verspürten.

Aus einer wissenschaftlichen Studie der Universität Southhampton von 2014 geht hervor, dass zweifelsohne das Bewusstsein einer Person auch nach dem Tod erhalten bleibt. Dies ist Fakt, auch wenn viele Kritiker es als Einbildung, Halluzination oder esoterische Spinnerei abtun wollen. Rein physikalisch ist dies erklärbar, denn nach dem Erhaltungssatz der Energie, kann diese nicht verloren gehen, sondern nur umgewandelt werden. Schon aus alten Weisheitslehren und Schriften geht hervor, dass sich diese Energie in den Energiekörper zurückzieht und dort weiter existiert.

Was ist Gesundheit?

Wir haben oben schon festgestellt, dass es eine 100%ige Gesundheit gar nicht gibt. Es gibt also immer wenigstens einen kleinen Teil Krankheit in uns, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind. Wenn wir uns wohl fühlen, körperlich, geistig und auch im sozialen Zusammenhang, empfinden wir uns als gesund. Dies ist ein rein subjektives Empfinden.  Es mag sein, dass in uns ein kleines Wehwehchen oder Zipperlein vorhanden ist, von dem wir nichts wissen, fühlen wir uns gesund. Erst wenn unsere körperliche und/oder geistige Leistungsfähigkeit nachlässt, beginnen wir, uns krank zu fühlen.

Hilf dir selbst … 

… dann hilft dir Gott … ist ein bekanntes Sprichwort. Sich selbst zu helfen ist einfacher als wir denken, …gewusst wie! Ist heute alles vergessen? Können wir uns heute selbst nicht mehr helfen? Warum sind wir so darauf gepolt, dass uns andere helfen? Ärzte, Heilpraktiker, Psychologen, Energetiker, Lebensberater, Coaches, Geistheiler usw. sind sicher wichtig und hilfreich, aber haben wir wirklich alles vergessen, was über Jahrhunderte Volksgut war und immer wieder geholfen hat?

In der Tat, wir sind degeneriert zu einer Dienstleistungsgesellschaft. „Geh zum Arzt, der macht das weg“ oder ganz gleich zu wem wir gehen. Wir lassen uns bedienen, die Werbung zeigt uns wie, wir brauchen nichts mehr zu tun, andere machen für uns. „Wo lassen Sie denken?“ müssen wir bald fragen. Wo bleibt unsere Eigeninitiative? Gibt es die noch? Es ist aber wohl sicher einfacher, viel Geld dafür auszugeben, damit andere für uns tun, dann bleibt uns die Arbeit erspart. Weit gefehlt !!!

Mir sagte vor einiger Zeit ein Arzt, den ich als Realisten einschätze, dass er keinen Kollegen kennt, der jemals einen Patienten geheilt hat. Ich war erstaunt. Wie bitte? Was tun die Ärzte denn dann? Er sagte mir, dass der Patient sich selbst heilt, weil er dem Arzt vertraut, wenn er ihm vertraut. Durch diese durch den Arzt ausgelöste Motivation setzt der Patient eigene Heilkräfte frei, die seine Gesundung unterstützen. Wenn das so ist, warum heilen wir uns dann nicht gleich selbst?

Wenn wir dabei noch berücksichtigen, dass nach einer vor ein paar Jahren veröffentlichten amerikanischen Statistik jeder vierte Patient an den Folgen von Nebenwirkungen von Medikamenten stirbt, ist es wohl das Beste, wenn wir alles das, was wir selbst für uns tun können bevorzugen sollten. Die Betonung liegt auf „für uns“! Wir müssen demnach bei uns schauen, bei uns anfangen! Allerdings werden wir dabei feststellen, dass sich in uns manchmal so einiges heftig dagegen sperrt, dass wir auf uns schauen, dass wir in uns gehen, dass wir die Blockaden abbauen, die uns daran hindern, uns selbst zu helfen.

Salutogenese

Der Soziologe Aaron Antonovsky entwickelte ein Konzept, das statt der Krankheit die Gesundheit definierte, die Salutogenese. Hierbei stellte er die Frage: „Was hält einen Menschen gesund?

Der Kern dieser Betrachtung ist das Kohärenzgefühl. Es bezeichnet eine Grundhaltung, die durch individuelle, psychologische Einflussgrößen bestimmt wird, soziale Faktoren eine Rolle spielen und vor allen Dingen die eigene Weltanschauung, die Einstellung dem Leben und der Welt gegenüber. Letzteres wird maßgeblich durch die Persönlichkeits- und spirituelle Entwicklung jedes einzelnen Menschen gefördert.

Die drei Hauptkomponenten des Kohärenzgefühls sind: Verstehbarkeit – Handhabbarkeit – Bedeutsamkeit

Die Verstehbarkeit ist der explizite Kern des Kohärenzgefühls. Sie bezieht sich auf das Ausmaß, wie wir innere und äußere Einflüsse als sinnhaft wahrnehmen.

Die Handhabbarkeit gibt das Ausmaß an, wie viel eigene Ressourcen zur Verfügung stehen, um den Herausforderungen des Lebens leichter zu begegnen.

Die Bedeutsamkeit ist das Ausmaß, in dem wir das Leben emotional als sinnvoll empfinden.

Die tieferen Zusammenhänge sind Thema in den Humaneutik®-Seminaren und der Ausbildung zum Humaneutiker®.

Diese drei Komponenten spielen auch beim nächsten Beitrag zum Thema Gesundheit eine große Rolle, wenn es um Spontanheilung geht.

Im Teil 2 der Gesundheit (November 2020) geht es um Spontanheilung.

Thema nächster Beitrag Oktober:   Die Bedeutung der Perlenketten in verschiedenen Traditionen

Alle verfügbaren Beiträge (2017-2020) in der Gesamtübersicht.

 

* Die ausführliche Bezeichnung des ICD-10 ist International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Derzeit wird international mit der Version 10 gearbeitet. In Deutschland ist das die Version ICD-10-GM Ausgabe 2020 (GM steht für German Modification). ICD-11 wird voraussichtlich innerhalb der nächsten Jahre eingeführt.

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Ein Kommentar zu “Basisthema Gesundheit / 1
  1. Korai sagt:

    Danke für diese Sicht der Existenz. Und nochwas: Der Arzt sieht die kurzfristigen Heilungsmöglichkeiten und nennt das erreichte Ergebnis für den Patienten „gesund“. Ein Humaneutiker sieht die langfristigen Ziele der Existenz, mit den hier erwähnten Kräften des Geistes und der physikalischen Gesetze, die als Salutogenese wirken. Daraus ergibt sich ein >> Stufenweg ins Glück <<, den wir gehen können, wie ihn schon manche Weisen vor uns gingen. Danke für den Wegweiser!

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